Die GFO Klinik Brühl wurde erfolgreich zertifiziert und ist Mitglied im Qualitätsverbund Beckenboden Der Qualitätsverbund Beckenboden freut sich über „Familienzuwachs„ und gratuliert der GFO Klinik Brühl zur erfolgreichen Zertifizierung des stationären Behandlungspfades rekonstruktive Beckenbodenchirurgie und operative Behandlung bei Harninkontinenz. Doch was steckt dahinter?


v.l.n.r.: Zertifizierungsteam Beckenboden: Dr. med. Andreas Lang (Geschäftsführer LaMedCon, Qualitätsverbund Beckenboden), Qualitätsmanagementbeaufragte Bianca Schmidt-Edosa, Oberärztin Dr. med. Jessica Gust und Chefarzt Dr. med. Carl-Michael Schmidt (alle GFO Klinik Brühl) Foto: Britta Ellerkamp

Jede dritte Frau betroffen
Eine Schwächung des Beckenbodens kann zu verschiedenen Beschwerden führen und die Lebensqualität teilweise schwer beeinträchtigen. So kommt es häufig zu Schmerzen beim Wasserlassen und im Beckenbereich, dem Gefühl einer unvollständigen Entleerung der Blase oder des Darms bis hin zu Inkontinenz. Man geht davon aus, dass jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens eine Beckenbodenschwäche erleidet. Die Dunkelziffer bei dieser Erkrankung ist beträchtlich, da viele Patientinnen erst mit hohem Leidensdruck ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Altersgruppen, Beschwerden und Ursachen können variieren


„Die Beschwerden können chronisch werden und über einen längeren Zeitraum zunehmen„, Pressemitteilung: Hilfe für Frauen – Beckenbodenschwäche behandeln betont Oberärztin Dr. med. Jessica Gust. Gemeinsam mit vier weiteren Ärztinnen und Ärzten der Fachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe behandelt sie betroffene Frauen und kümmert sich um deren Anliegen. Die Alterspanne der Patientinnen ist groß. Die Beckenbodenschwäche kann während der Schwangerschaft und nach der Geburt auftreten, da die Gewichtszunahme und die Hormonveränderung das Problem begünstigen.

Ältere Frauen sind aufgrund einer zunehmend geschwächten Muskulatur ebenso betroffen. Raucherinnen haben mehr Probleme durch häufigeres Husten, das wiederum den Beckenboden irritiert. „Unsere Patientinnen erleben die Veränderungen im Beckenboden unterschiedlich. Nicht jede Frau fühlt sich eingeschränkt und leidet darunter,„ erklärt Frauenärztin Dr. Gust. Wenn aber stärkere Symptome auftreten, haben diese häufig große Auswirkungen, die sich auch auf das soziale und gesellschaftliche Leben auswirken. Da kann der Besuch im Kino oder ein Ausflug mit Freunden zu einer Bewährungsprobe werden. Auch die Lust auf Sexualität nimmt bei vielen Frauen ab, wenn Beschwerden auftauchen. Kurzum: Ein Teufelskreis.

Gemeinsam für mehr Behandlungsqualität
Im Qualitätsverbund Beckenboden haben sich 23 Kliniken zusammengeschlossen, die sich der kontinuierlichen Weiterentwicklung eines zertifizierten Patientinnen-Pfades zur Behandlung der weiblichen Beckenbodenschwäche verschrieben haben. Durch die gemeinsame Zertifizierung und Qualitätssicherung profitieren alle Mitglieder von einem hohen Standard in der Patientenversorgung und einer deutlichen Reduzierung des administrativen Aufwands – so bleibt mehr Zeit für die Behandlung der betroffenen Frauen.

Tabus aufheben, Lebensqualität verbessern
„Wir freuen uns sehr über die Zertifizierung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und den fachlichen Austausch im WHIK-Qualitätsverbund. Immer noch wird das Thema Beckenbodenschwäche in der Gesellschaft tabuisiert, obwohl der Leidensdruck betroffener Frauen häufig hoch ist. Deshalb wollen wir Patientinnen helfen und die bestmögliche Behandlung für mehr Lebensqualität anbieten„, sagt Dr. med. Carl Michael Schmidt, Chefarzt der Fachabteilung Gynäkologie/Geburtshilfe in der GFO Klinik Brühl.

Er erklärt, dass bei nur bei rund 20 Prozent der Betroffenen eine Operation sinnvoll ist, um das Leiden über einen langen Zeitraum zu beenden. Für jede Frau muss die OP-Methode bestimmt Pressemitteilung: Hilfe für Frauen – Beckenbodenschwäche behandeln werden, hier kann zum Beispiel das Einlegen von Netzen zur Verstärkung des Beckenbodens hilfreich sein.

Im letzten Jahr suchten etwa 400 Frauen die ambulante Sprechstunde im Brühler Krankenhaus auf. Mitzubringen ist eine Überweisung von der behandelnden niedergelassenen Frauenärztin oder dem Frauenarzt.

Heilen kann man eine Beckenbodenschwäche nicht, aber man kann Symptome lindern und präventive Maßnahmen einsetzen. Dr. Schmidt empfiehlt einen gesunden Lebensstil, dazu gehören vor allem gezieltes Beckenbodentraining, angeleitet von Physiotherapeuten, oder auch Pilates bzw. Yoga.

Im Verbund für Frauengesundheit
„Das neue Mitglied wird von den zahlreichen Vorteilen des Verbunds profitieren, dazu gehören validierte Patientinnen-Fragebögen, gemeinsame Qualitätszirkel und ein reales Qualitäts-Benchmarking. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Behandlungsstandards kontinuierlich zu verbessern und das Vertrauen der Patientinnen in die zertifizierten Einrichtungen zu stärken„, fasst Dr. med. Andreas Lang, Facharzt für Gynäkologie und Geschäftsführer der Verbundzentrale LaMedCon GmbH, zusammen. Er begleitet Kliniken auf den Weg zur Zertifizierung und vertritt den Qualitätsverbund Beckenboden.