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Brühler Monatschronik: April

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 135 Jahren/vor 50 Jahren
Max Ernst wird geboren/Tod von Max Ernst

Chronik BBB 2026 04 Max Ernst 1968 Wikimedia CC0 1.0 Universal

Am 2. April 1891 wurde in der Schloßstraße 21 der Maler Max Ernst geboren. Er selbst soll in dieser Chronik daher zu Wort kommen, beschrieb er doch seine Geburt, Kindheit und Jugend in sehr speziellen Worten wie folgt:„Am 2. April 1891, um 9.45 Uhr, hatte Max Ernst seinen ersten Kontakt mit der fühlbaren Welt, als er aus einem Ei schlüpfte, das seine Mutter in eines Adlers Nest gelegt hatte, und welches der Vogel dort sieben Jahre lang ausgebrütet hatte. Dies ereignete sich in Brühl, sechs Meilen südlich von Köln. Hier wuchs Max auf und wurde ein hübsches Kind. In seiner Jugend gab‘s einige dramatische Zwischenfälle, jedoch im großen und ganzen ist sie nicht als unglücklich zu bezeichnen.“ Max Ernst starb einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, am 1. April 1976 in Paris.

Vor 210 Jahren
Gebietsreform

Am 20. April des Jahres 1816 wurde unsere Heimatstadt dem frisch gegründeten Kreis Köln-Land zugeschlagen. Brühl selbst hatte in diesen Tagen 1.523 Einwohner. Einschließlich der Vororte zählte man 4.211 Seelen, wobei Berzdorf damals noch von Brühl aus verwaltet wurde. Der junge Landkreis umfasste links und rechts des Rheines 46.000 Hektar. Die Gesamtbevölkerung lag bei etwa 31.000. Im Laufe der Zeit gemeindete die Stadt Köln dann insgesamt knapp 17.000 Hektar dieser Fläche ein.

Vor 200 Jahren
Neuer Direktor am Lehrerseminar

Am 1. April des Jahres 1826 trat Karl-Josef Pauli sein neues Amt als Direktor des königlich-preußischen Lehrerseminars in Brühl an. Bis zu seinem Tod im Jahre 1874 blieb der Pädagoge in Brühl. Nicht zuletzt seinem Eifer als Pädagoge war es zu verdanken, dass hier in Brühl eine erste Unterrichtsmethode für gehörlose Kinder entwickelt wurde. Dieser Zweig des Seminars mündete 1854 in der Gründung der Brühler Taubstummenschule.

Vor 170 Jahren
Grundsteinlegung

Wie eingangs der Chronik erwähnt, gehörte Berzdorf lange Jahre zu Brühl, und so findet auch dieses Datum Einzug in unsere Chronik: Am 3. April des Jahres 1856 war es Pfarrer Johann Mathias Thoma, der den Grundstein zum Neubau der Berzdorfer Pfarrkirche legte. Erbaut wurde das Gotteshaus, das der Schmerzhaften Mutter geweiht wurde, im neugotischen Stil nach Plänen des Kölner Baumeisters Heinrich Nagelschmidt. Es ersetzte eine kleinere Vorgängerkirche, die erstmals 1286 erwähnt wurde. Mit Neid schauen wir heute auf die anschließende Bauzeit: nur 20 Monate später, am 5. November 1857, wurde das Gotteshaus feierlich geweiht.

Vor 100 Jahren
Neue Strecke für die KBE

Ab dem 16. April 1926 fuhr die KBE auf der Strecke der Vorgebirgsbahn nicht mehr durch die Brühler Innenstadt, sondern nahm die neue Streckenführung von Vochem bis zur Pingsdorfer Straße mit den Haltestellen Nord, Mitte und Süd in Betrieb. Zeitgleich ging auch die Zeit der Dampfloks zu Ende, der Antrieb wurde auf Benzol umgestellt.

Vor 40 Jahren
Kreisverkehr am Stern

Chronik BBB 2026 04 Stern

Am 16. April 1986 wurde der „Stern“ nach einer Umbauphase als Kreisverkehr in Betrieb genommen, in seinem Zentrum wurde ein Brunnen eingerichtet, der allerdings nicht allzu lange Wasser führen sollte. Mit dem Abriss der benachbarten Giesler-Brauerei und dem Bau der Giesler-Galerie wurde der Kreisverkehr nach nur gut 20 Jahren wieder umgestaltet und der „Stern“ erhielt seine heutige Form.

Chronik BBB 2026 04 Stern Umbau