„Nähe und Distanz, Vergänglichkeit und Würde“

(tg) Die Fotografische Arbeitsgemeinschaft Brühl (FAB) zeigt vom 13. Juni (ab 18 Uhr) bis 5. Juli eine Fotoausstellung unter dem Titel „Älterwerden“. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die Bilder an zwei Orten in Brühl zu sehen. Zum einen im Begegnungszentrum margaretaS, Heinrich-Fetten-Platz. Und darüber hinaus auch im Haus Wetterstein, Kölnstraße, in der 1. und 2. Etage.
Die Ausstellung nähert sich dem Älterwerden aus unterschiedlichen Perspektiven: Zwischen Nähe und Distanz, Alltag und besonderen Momenten, Vergänglichkeit und Würde setzen sich die Fotografinnen und Fotografen der FAB mit den vielen Facetten dieses universellen Themas auseinander. Die Fotografien laden dazu ein, innezuhalten, hinzuschauen und eigene Erfahrungen und Gedanken zum Älterwerden zu reflektieren. Wir haben uns mit den Organisatoren der Ausstellung, Arnd Cordel und Volker Gonscherowski, getroffen.
BBB: Herr Cordel, wie kam es zu der Idee der Ausstellung Älterwerden?
Arnd Cordel: Die letzte Ausstellung der FAB – „Szenen einer Stadt“ – fand im Jahr 2024 in der Rathausgalerie statt. Sie hat allen gut gefallen und stieß auf eine sehr positive Resonanz. Die FAB hat dann nach einem neuen Thema und einer Ausstellungsmöglichkeit für die nächste Ausstellung gesucht. Dabei besuchten wir im Jahr 2025 auch Michael Penning, den Geschäftsführer des Seniorenwohnheim Brühl, der sofort Feuer und Flamme für eine Ausstellung in seinem Haus war. In dieser Umgebung kam uns dann spontan die Idee zum Thema Älterwerden. Wir konnten so auch die Bewohner des Wetterstein einbinden, sie porträtieren oder bei Aktivitäten fotografieren. Denn der Wetterstein bietet seinen Bewohnern ganz viele Freizeitmöglichkeiten: Boule, Dart, Musikmachen, Malen. Als nächstes sprachen wir Markus Dörstel vom margaretaS an, dem das Thema ebenfalls gefiel. So haben wir im Verein beschlossen, das Thema groß zu machen und die Ausstellung auf zwei Orte zu verteilen.
BBB: Wie groß war im Verein die Begeisterung für das Thema Älterwerden?
Cordel: Wir haben im Verein viel diskutiert, nach und nach wuchs die Begeisterung für das Thema Älterwerden immer mehr. Es brauchte etwas Zeit, aber die haben wir uns genommen. Unsere Fotografinnen und Fotografen zogen dann los und setzten ganz unterschiedliche Bildideen um. Schließlich kamen 160 Fotos in die engere Auswahl, von denen ein fünfköpfiges Kuratorenteam 58 Bilder von 18 Fotografinnen und Fotografen auswählte. Ich bin sehr positiv überrascht, was für tolle Bilder unsere FAB-Fotografen geschaffen haben. Zur Ausstellung wird es auch einen Katalog mit einem Umfang von voraussichtlich 120 Seiten geben.
BBB: Herr Gonscherowski, was ist auf den Bildern zu sehen?
Volker Gonscherowski: Gezeigt werden Fotografien zum Thema „Älterwerden“. Wir stellen ganz unterschiedliche Motive dazu aus – von jung bis alt, mal positiv belegt, mal emotional oder nachdenklich, mal traurig. Es geht um zeitliche Prozesse, denn auch Kinder werden selbstverständlich älter. Die meisten Fotografien zeigen Menschen, aber auch Gegenstände, die mit dem Älterwerden zusammen hängen wie zum Beispiel Spielzeug oder Rollatoren. Die Vernissage findet am Samstag, den 13. Juni um 18 Uhr im margaetaS statt. Es wird ein bis zwei kurze Reden und ein Interview zur FAB geben. Der bekannte Brühler Gitarrist Andi Reisner wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.
BBB: Wie aufwendig war es, diese Ausstellung umzusetzen?
Cordel: Ein Projekt in dieser Größenordnung kann man nur im Team stemmen. Als Organisatoren wurden wir ganz hervorragend u.a. von Dr. Klaus Büllesfeld und Uwe Tannigel unterstützt. Teamarbeit wird in der FAB groß geschrieben. Mit unseren rund 50 Mitgliedern sind wir kein großer Verein. Dafür geht es bei uns sehr familiär zu. Wir treffen uns jeden Mittwoch ab 19:30 Uhr im Clemens August Forum. Neue Mitglieder sind immer willkommen. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich per E-Mail an
BBB: Wie sieht das Vereinsleben der FAB aus?
Volker Gonscherowski: Das Vereinsleben der FAB, die bereits seit über 50 Jahren besteht, ist sehr aktiv. In jedem Monat können unsere Mitglieder ihrer Kreativität freien Lauf lassen und die Bilder ihrer fotografischen Interpretationen zu einem monatlich wechselnden Thema einreichen. Im Juni lautet das Thema „Mood-Foto“, im Juli „Unter Wasser“ und im August „Max Ernst“. Wir sind immer wieder positiv überrascht, wie ideenreich die Mitglieder an die Themen herangehen und welche tollen Resultate entstehen. Außerdem unternehmen wir in jedem Jahr Städtetouren, die uns schon nach Hamburg, Freiburg, Berlin, Paris und gerade erst nach Lüttich geführt haben.