Nach Umbau noch mehr Möglichkeiten

(tg) Im jungen Kulturhaus CULTRA hat sich einiges getan. Baulich, inhaltlich, konzeptionell. Geblieben ist der Anspruch, dass dort Jugendliche und junge Erwachsene Jugendkultur der anderen Art machen.
„Das Jugendkulturhaus CULTRA in Brühl ist seit 2009 ein kreativer Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene“, sagt Dirk Naumann, der Leiter der Einrichtung des Arbeiter Samariter Bundes Regionalverband Rhein-Erft/Düren e.V. Mit den 2022 gegründeten Studios für kulturelle Bildung, die die Inhalte im Haus konzipieren, bietet CULTRA zukunftsweisende Formate, die junge Menschen in einer postdigitalen Welt ansprechen.
„Als Kreativlabor, Bühne, Medienwerkstatt, Redaktionsbüro, Filmset und Co-Working Space bieten wir Raum für Workshops, Konzerte, Theaterproduktionen, Partys und vieles mehr. Das Herzstück des inspirierenden Hauses ist die junge Cafébar filterei“, ergänzt der Künstlerische Leiter Achim Sondermann. „Das Haus versteht sich als offener Treffpunkt für Jugendkultur, Kunst, Kreativität und Begegnung. „
Der große Saal, die Kellerstudios und drei Nebenräume bilden einen digitalen Hub, der analoge und digitale Welten miteinander verknüpft. In der Neuausrichtung haben sich diese Räume zu sieben „Worlds“ entwickelt, die Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich in verschiedenen Kunstformen und mediengestalterischen Prozessen zu verwirklichen – dokumentarisch, künstlerisch, performativ und kontemplativ.
„Wir sind stolz darauf, jungen Menschen im CULTRA ein inspirierendes Umfeld für Kreativität, Resilienzförderung und Selbstwirksamkeit zu eröffnen“, sagt Dirk Naumann. „Wir geben hier keinen Unterricht, sondern wollen Anstöße geben und die Jugendlichen nicht nur beschäftigen.“ Die Möglichkeiten dazu sind sehr vielfältig.

„Raum im Raum“
In den letzten Monaten wurde baulich und räumlich einiges im CULTRA in der Schildgesstraße 112 verändert. Der große Saal beispielsweise lässt sich jetzt unter dem Motto „Raum im Raum“ in kleinere Zonen unterteilen. So kann dort auch vernetzt gearbeitet werden. Man kann Musik oder Podcasts produzieren, tanzen, schauspielen. Auf diese Weise werden Begegnungen möglich gemacht, ein regelmäßiger Austausch findet statt. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen können alle Räume und die meisten Angebote kostenlos nutzen.
Zu 90 Prozent fertig sei man jetzt mit den Umbaumaßnahmen, sagt Dirk Naumann, deshalb wäre jetzt genau die richtige Zeit, „das CULTRA in der Breite noch bekannter zu machen“. Die Einrichtung wird übrigens zu 90 Prozent von der Stadt Brühl finanziert, die für die Kosten von Personal, Nebenkosten sowie die pädagogischen Mittel aufkommt. Der ASB-Eigenanteil beträgt 10 Prozent.
Das Wochenprogramm des CULTRA lädt Jugendliche aus Brühl und Umgebung ein, kreative Angebote zu nutzen oder einfach Zeit miteinander zu verbringen – freiwillig, offen und ohne Konsumzwang. Mittwochs von 17 bis 19.30 Uhr findet das „Weekly Producing“ statt. Gemeinsam mit erfahrenen Workshopleitenden können Jugendliche Musik machen: Beats produzieren, Songs schreiben, rappen oder singen – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Parallel ist das Café filterei geöffnet und bietet Raum für Austausch und Entspannung.
Donnerstags wird es gleich doppelt kreativ: Von 17 bis 19.30 Uhr im „Analog Lab“ mit Angeboten wie Sieb- und Risodruck, 3D-Druck oder Upcycling mit Textilien. Zusätzlich lädt von 18 bis 20 Uhr der „Open Circle“ zu einem offenen Tanzformat mit Fokus auf urbane Stile, freies Ausprobieren und Austausch ein – begleitet durch einen Coach. Auch hier ist das Café filterei über die gesamte Zeit geöffnet.

„Eigene Ideen entwickeln“
Freitags von 20 bis 0 Uhr ist das Café filterei im CULTRA ein offener Treffpunkt für den Abend – mit Musik, Freund:innen und gelegentlichen spontanen DJ-Sessions. Am letzten Freitag im Monat gibt es zudem einen besonderen Event-Abend, etwa mit Karaoke, Cuppong, Konzerten oder Spielen. Samstags kann das Café „filterei“ kostenfrei für private Feiern genutzt werden – etwa für Geburtstage, Partys oder Vereinstreffen. Jugendliche gestalten ihre Veranstaltungen dabei selbstbestimmt.
„Junge Menschen können im CULTRA ihre Interessen entdecken, eigene Ideen entwickeln und sich ausprobieren“, berichtet Janna Hüttebräucker. „Alle Angebote sind niedrigschwellig: Wasser ist kostenlos, Getränke und Snacks können freiwillig erworben werden.“
Darüber hinaus ist das CULTRA ein lebendiger Veranstaltungsort für junge Menschen in Brühl. Ob Konzerte, Partys, (Schul-)Abschlussfeiern oder andere Formate – das Haus bietet Raum für kulturelle Events und gemeinschaftliche Erlebnisse. Jugendliche können Veranstaltungen nicht nur besuchen, sondern den Ort auch aktiv mitgestalten und für eigene Anlässe nutzen.
Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender am 24. Mai ist das Konzert der „Räuber“, die im Rahmen eines ASB-Tages gleich zweimal im CULTRA zu erleben sind: Um 15 Uhr bei einem besonderen Kids-Konzert, bei dem Kinder die Möglichkeit haben, die Band unmittelbar vor der Bühne zu erleben, während die Eltern im Hintergrund bleiben. Um 18 Uhr folgt ein Abendkonzert für Erwachsene im Rahmen der aktuellen Deutschlandtour der Räuber.