Die UNESCO-Welterbestätte Schloss Augustusburg in Brühl blickt 2026 hinter die Kulissen ihrer eigenen Entstehung: Die Ausstellung „Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg“ widmet sich vom 27. Juni bis zum 1. November erstmals der jahrzehntelangen Baugeschichte des Schlosses – und damit einer der bedeutendsten Großbaustellen des europäischen Rokoko.

Seine Sommerresidenz hat der Kölner Kurfürst und Erzbischof Clemens August von Bayern (1700–1761) nie in vollendeter Pracht gesehen, denn er starb sieben Jahre vor der Fertigstellung. Tatsächlich dauerte der Bau über vier Jahrzehnte – ein riesiges Gemeinschaftsprojekt, an dem neben den Architekten hunderte Künstler, Handwerker, Tagelöhner und Lieferanten beteiligt waren.
„Die Großbaustelle zog Menschen aus ganz Europa an – vor allem aus Frankreich, dem heutigen Belgien und dem Tessin, aber auch aus dem Umfeld des Münchner Hofs“, erklärt Ausstellungskuratorin Xenia Schürmann. Zu den bekanntesten Beteiligten zählen Balthasar Neumann und François de Cuvilliés.
In den eigens geöffneten Räumen des Gelben Appartements zeigt die Ausstellung rund 150 Exponate. Porträtiert werden nicht nur berühmte Baumeister und Kunsthandwerker, sondern auch der Alltag auf einer Baustelle des 18. Jahrhunderts. „Die Ausstellung erzählt auch von Arbeitsbedingungen, Herausforderungen und auch vom Gossip der damaligen Zeit“, sagt Kurator Benedikt Bauer.
Medien- und Mitmachstationen vermitteln historische Handwerkstechniken wie Fresko- und Stuckarbeit, Vergoldung oder die Herstellung von Fliesen und Ziegeln. Zu den Höhepunkten zählen Entwürfe des Freskenmalers Carlo Carlone für das Prunktreppenhaus sowie frühe Baupläne von Johann Conrad Schlaun.
Zur Ausstellung bieten die Schlösser Brühl mit zahlreichen Kooperationspartnern ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Sonderführungen, Workshops, Vorträgen und Lesungen. Für viele Angebote ist eine Reservierung erforderlich unter