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Brühler Monatschronik: Mai

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 535 Jahren
Klostergründung

2026 05 Chronik Hermann von Hessen um 1500

Erzbischof Hermann von Hessen war es, der am 12. Mai des Jahres 1491 als Stifter des Brühler Klosters eine der bedeutendsten Epochen unserer Stadtgeschichte quasi einläutete. Und das nicht nur, weil die damalige Kloster- und heutige Schloßkirche durch ihren 1745 von Balthasar Neumann gestalteten Altarraum einzigartig ist. Im Laufe der Jahrhunderte haben Kloster und Kirche eine bewegte, wechselhafte und aufregende Geschichte durchlebt. Von Hessen war Brühl, Kloster und Kirche übrigens so tief verbunden, dass die Franziskaner von Brühl im Jahre 1508 die Totenwache für ihren Stifter hielten. Wie er es gewünscht hatte, fand er seine letzte Ruhe im Kölner Dom in einem schlichten Flachgrab, sein Herz hingegen wurde auf seine ausdrückliche Anweisung hin vor dem Hochaltar der Brühler Schlosskirche beigesetzt.

Vor 440 Jahren
Vochem wird Kriegsschauplatz


Immer wieder gab es Zwist und auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Kölner Bevölkerung und „ihrem“ jeweiligen Kurfürsten. Und seit diese unter dem Brühler „Stadtgründer“ Siegfried von Westerburg Brühl als Residenzort erwählt und stetig ausgebaut hatten, wurde unser Heimatort auch immer wieder mit in diese Auseinandersetzungen hineingezogen. So auch am 10. Mai 1586 unter Kurfürst Gebhard II. von Truchseß. Man war in Streit darüber geraten, dass der Kurfürst zum protestantischen Glauben übergetreten war. An jedem 10. Mai wurde der Weilerhof in Vochem Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzung und wurde vollständig niedergebrannt.

Vor 435 Jahren
Junker Schall von Bell stirbt
Bewegte Zeiten waren es damals, denn auch fünf Jahre später, am 4. Mai 1591 verzeichnet die Chronik kriegerisches: Gebhard II. von Truchseß war zwar inzwischen exkommuniziert, seine Kurkrone war an den Bayernherzog Ernst als Kurfürst gegangen. Umherstreifende Truppen aus den Niederlanden trafen an jedem Tag auf dem Feld zwischen Brühl und Köln auf den Junker Heinrich Schall von Bell, ein Bruder des damaligen Herren der Schwadorfer Burg. Er wurde überfallen, ausgeraubt und ermordet.

Vor 150 Jahren
Beschlagnahme
Aber auch innerhalb unserer Heimatstadt war nicht immer alles „Fried und Freud“, wie der 16. Mai des Jahres 1876 bezeugt: damals erhielt die Brühler Hauptpfarrgemeinde St. Margareta eine amtliche Aufforderung der Brühler Bürgermeisterei. Bürgermeister Martini teilte den Pfarrverantwortlichen mit, dass die Kirchengemeinde alle Unterlagen über ihre Dotalgüter abzuliefern habe. Bei diesen Dotalgütern handelte es sich um den Besitz, der der Kirchengemeinde dauerhaft zur Finanzierung ihrer Ausgaben übertragen worden war. Nach der Ablieferung dieser Auflistung vergingen nur wenige Tage, bis die Gesamtheit dieser Güter beschlagnahmt wurden, und alle hieraus bislang an die Kirche zu zahlenden Pachten nun der Stadt zufielen.

Vor 130 Jahren
Sparkasse Brühl gegründet
Auf Beschluss des Brühler Rates vom 21. Mai 1896 wurden eine stadteigene Sparkasse gründete. Bis 1907 wurde diese Sparkasse gemeinsam und mit demselben Personal wie die Stadtkasse geführt, und dann räumlich und personell von ihr getrennt.

Vor 55 Jahren
Karlsbad neu eröffnet

2026 05 Chronik Karlsbad1

Nun wird es wieder erfreulich: am 28. Mai 1971 wurde das Brühler Karlsbad als modernes und neu gebautes Hallenbad der Stadt Brühl eingeweiht. Unter der Führung der Stadtwerke Brühl ist bis heute ein echtes Schmuckstück aus diesem reinen Sportschwimmbad entstanden. Das Karlsbad präsentiert sich bestens aufgestellt und um moderne Komponenten erweitert: neben den beiden großen Innenbecken für den Schwimmbetrieb verdeutlichen hier das 4- Jahreszeitenbecken, das Kinderspielbecken, die Sprudelliegen und der Wildwasserkanal den Charakter als Spaßbad. Nicht zu vergessen die 70-m-Riesenrutsche, der Whirlpool und die Saunaanlage mit Sauna-Außenpark, Sonnenbänken und Sonneninsel.

2026 05 Chronik Karlsbad2

Im Freibad wir das Ganze noch ergänzt um das beheizte 50 m Becken, den ebenfalls beheizten Nichtschwimmer-Erlebnisbereich mit Rutsche, ein großzügiges Planschbecken mit Eltern-Kind-Bereich und 15.000 qm Spiel- und Liegewiese.