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Brühler Monatschronik: September

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 470 Jahren

Tod des Kurfürsten

Brühler Monatschronik: September

Am Donnerstag, dem 20. September 1556, starb Kurfürst Adolf Graf von Schaumburg, Erzbischof von Köln, in seiner Brühler Residenz. Seine Regentschaft hatte unter besonderen Vorzeichen begonnen: 1547 war er Hermann V. von Wied im Amt gefolgt, nachdem Papst Paul III. diesen wegen seiner Hinwendung zum Protestantismus seiner geistlichen Ämter enthoben hatte.

Adolf von Schaumburg – einige Quellen nennen ihn auch von Schauenburg, der sich häufig in seiner Brühler Residenz aufhielt, nahm 1551 am Konzil von Trient teil. Sein Amt verstand er als wirkliche Verpflichtung und kam den damit verbundenen Aufgaben – im Gegensatz zu manch anderem Kur- und Kirchenfürsten seiner Zeit – gewissenhaft nach.

Wie eng seine Verbundenheit mit Brühl und den Brühlern war, zeigte sich schließlich auch in seinem letzten Willen: Seinem Amt entsprechend wurde der Kölner Erzbischof im Hohen Dom zu Köln beigesetzt. Auf seine ausdrückliche Anordnung hin fanden jedoch sein Herz und seine Eingeweide ihre letzte Ruhestätte zu Füßen des Hochaltares der Brühler Klosterkirche.

Vor 455 Jahren

Tod des Guardians

Am 11. September 1571 starb in Brühl Pater Adolf von Arnheim, Guardian des dortigen Franziskanerklosters. Eine besondere Würdigung hatte er bereits einige Jahre zuvor erfahren: Am 1. September 1564 war er zum Provinzial der Niederdeutschen Ordensprovinz gewählt worden – eine Nachricht, die seinerzeit sogar bis zu Papst Pius V. (1504–1572) vorgedrungen war.

Als Provinzial stand Adolf von Arnheim an der Spitze der gesamten Ordensprovinz und war damit deren ranghöchster „Vorgesetzter“. Zu seinen Aufgaben gehörten regelmäßige Visitationen der einzelnen Klöster; zugleich trug er die oberste Verantwortung für die wirtschaftlichen Geschicke der Ordensgemeinschaft.


Vor 55 Jahren

Schulerweiterung

Am 11. September 1971 wurde an der Kaiserstraße ein neuer Gebäudetrakt des Erzbischöflichen Mädchengymnasiums St. Ursula eingeweiht. Der Neubau entstand auf dem Gelände des früheren Ursulinenklosters, das 1893 errichtet worden war.

Erst acht Jahre später, 1979, öffnete das Gymnasium seine Türen auch für Jungen. In der damaligen fünften Klasse wurden zunächst 42 Jungen gemeinsam mit 99 Mädchen unterrichtet. 1988 legte der erste gemischte Jahrgang sein Abitur ab.


Vor 35 Jahren

Jugendbesuch

Brühler Monatschronik: September

Vom 27. bis 29. September 1991 machten sich neun Mitglieder des Brühler BDKJ (Bund der Deutschen katholischen Jugend) auf den Weg nach Wermsdorf (Sachsen). Gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Partnerdekanat Hubertusburg verbrachten sie dort ein Wochenende auf Schloss Hubertusburg. Der Gegenbesuch war lange geplant und mehrfach verschoben worden, nachdem bereits im Sommer eine Jugendgruppe aus Hubertusburg für eine Woche zu Gast in Brühl gewesen war.

Brühler Monatschronik: September

Das gemeinsame Wochenende bot reichlich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen – nicht zuletzt beim abendlichen Lagerfeuer. Dabei wurden auch Erinnerungen an die noch gar nicht lange zurückliegende Zeit vor dem Mauerfall wach. Unter den Bedingungen der DDR waren Begegnungen mit den Freunden aus dem Westen keineswegs selbstverständlich gewesen: Die Besuche mussten heimlich und im Schutze der Leipziger Messe stattfinden.

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